Gewitter – nicht einfach nur viel Regen!

Wir hatten in Drummond, Wisconsin, ein schönes Haus gefunden, mitten im Wald, nah am Highway und mit einem Motorboot am Lake Namakagon.

Unser Haus in Drummond, Wisconsin
Unser Haus in Drummond, Wisconsin

Am 11. Juli 2016 war ich mit den Kindern zum Angeln unterwegs, mit dem Boot auf dem See. In der Ferne konnten wir beobachten, wie langsam immer dunklere Wolken aufzogen. Als dann das erste Donnergrollen zu hören war, haben wir, obwohl noch immer über uns die Sonne schien, den Rückzug angetreten. Leider ohne einen Fisch an der Angel.
Wir vertäuten das Boot und machten uns auf den Heimweg. Unterwegs wurde die Radiosendung immer wieder von Warnungen über schwere Gewitter unterbrochen und ich hörte heraus, dass es wohl auch uns treffen würde.
Zuhause angekommen, dauerte es dann wirklich nicht mehr lange. Dieses Foto konnte ich noch machen, während schon die ersten Regentropfen fielen:

Gewitter im Anzug

Dann ging es richtig los! Es blitzte. es donnerte. Es schüttete wolkenbruchartig. Im Keller, wo die Kinder schliefen, bildeten sich Pfützen. Also holten wir sie sicherheitshalber nach oben. Mehrere Stunden tobte das Gewitter über uns.

Am nächsten Morgen war der Spuk vorbei. Der Himmel zeigte sich freundlich, das Wetter von der besten Seite. Wir ahnten noch nichts. Erst als der erste Nachbar vorbeikam und im Auftrag unserer Vermieter fragte, ob alles in Ordnung sei und ob wir gut versorgt sind, war klar, irgendetwas ist anders als gewohnt. Und tatsächlich: er eröffnete uns, dass das nächtliche Unwetter viele Straßen zerstört oder überflutet seien und wir hier die nächsten Tage nicht weg könnten. Wie gut, dass wir wirklich genügend Lebensmittel dabei hatten. Obwohl, es dauerte nicht lange, da kamen schon die nächsten Nachbarn, die sich nach unserem Befinden erkundigten und gleich noch ein paar Dosen und Reis mitbrachten. Jeder wollte sich so nett um uns kümmern! Ein schöne, aber auch typisch amerikanische Eigenschaft: in Not stehen die Menschen ohne Ansehen der Person zusammen.
Wir gingen dann mal auf Erkundungstour, und siehe da:

Gewitter - die Flut danach

Beide Fotos entstanden etwa 300m von unserem Haus entfernt.

Es war nicht daran zu denken, hier wegzukommen! Die Straßen waren einfach nur – zerstört! Zwei Tage später wurde die Piste an einer Stelle, wo das Wasser bereits abgelaufen war und der Schaden nicht so groß war, notdürftig repariert und wir konnten eine Erkundungstour mit dem Auto machen. Und das sah nicht besser aus:

Gewitter und Zerstörung

Auf ungefähr 30m Breite und 10m Tiefe war der Highway von den plötzlichen Wassermassen weggerissen! Nur über einen Umweg von 50 Meilen kamen wir nach Ashland und nach Bayfield am Lake Superior. Immerhin, wir konnten wieder einkaufen und auch etwas unternehmen. Aber überall auf unseren Wegen war das zerstörerische Werk des Unwetters sichtbar. Viele Straßen blieben unpassierbar, während wir noch die nächsten Tage da waren. Es gab einen Toten zu beklagen, und einen auf Streife verunglückten Polizisten, der im letzten Moment vor den Fluten gerettet werden konnte. In acht Landkreisen wurde der Notstand ausgerufen. Und wir waren mitten drin, unbeschadet.

Das Boot, mit dem wir am Tag zuvor noch auf dem See waren, konnten wir nicht mehr erreichen. Der Steg stand tief unter Wasser.

Wir werden uns an den sintflutartigen Regen erinnern, an die weggerissenen und überfluteten Straßen. Vor allem aber an unsere so hilfsbereiten, sorgsamen Nachbarn, die uns geholfen hätten, wo auch immer es nötig gewesen wäre.

Und überraschenderweise hat uns der Vermieter unseres Hauses etwa 80 $ unaufgefordert zurückerstattet, weil wir das Boot nicht mehr nutzen konnten. So geht Kundenfreundlichkeit.

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