Italien und Spanien – Herbsttour 2018

Unser Jüngster hat schon seit längerem den Wunsch geäußert, endlich wieder “echte italienische Pizza” essen zu wollen. Was tun, wenn doch aber im Herbst immer Spanien dran ist? 
Richtig! Einen Umweg fahren. Gesagt, geplant! Auf geht es nach Genua!

Fahrt nach Italien

Keine Zeit verschwenden! Direkt nach Schulschluss ab ins Auto und losgerollt. Es ist ein Freitag und wir fahren noch bis nach Bad Brückenau in der Rhön, wo wir eine Zwischenübernachtung eingeplant haben. Es wird eine lange Fahrt. Freitag ist Stautag.

morgendlicher Blick in die Rhönlandschaft nach Oberleichtersbach
morgendlicher Blick in die Rhönlandschaft

Am nächsten Morgen geht es weiter Richtung Süden. Im Radio hören wir schon: neun Bundesländer beginnen mit den Herbstferien und im Allgäu wird es voll. Aber kurz vorher umfahren wir den ersten Stau, biegen ab Richtung Lindau, denn wir fahren über die Schweiz Richtung Mailand.
Der San Bernadino-Pass ist ein Erlebnis auch für Autofahrer. Die Via Mala kennen wir nur aus Buch und Film. Jetzt fahren wir mit dem Auto dicht daran vorbei. Und das Wetter spielt mit, die Sonne strahlt.

kurze Kaffeepause auf einem Rasthof in der Schweiz
kurze Kaffeepause auf einem Rasthof in der Schweiz

Auch auf der anderen Seite des Passes bleibt die Landschaft überaus reizvoll. Wir erhaschen einen Blick auf den Lago Maggiore, kreuzen den Luganer See und werfen einen kurzen Blick auf den Comer See.
In Italien wird es dann erstmal etwas langweiliger. Schnell huschen wir an Mailand vorbei und fahren Richtung Genua.

Das Ziel: Tagliolo Monferrato im Süden des Piemont

Am frühen Abend erreichen wir unser Ziel: die wunderschöne Herberge “Borgo delle Grazie” in Tagliolo Monferrato. Bei der Ankunft fühlen wir uns sofort wohl und Paola ist eine reizende Gastgeberin.
Hier werden wir die nächsten Tage verbringen und mal wieder etwas Italien erkunden. Zumindest an diesem Abend gehen wir, nur wenige Minuten entfernt, unterhalb des Castells Pizza essen. Hauchdünner, krosser Boden, schön belegt, ein milder Wein dazu, “la bella d´Italia!”

Das Castell von Tagliolo Monferrato
Das Castell von Tagliolo Monferrato

Am nächsten Morgen offenbaren sich herrliche Anblicke über das Anwesen und die Umgebung. Der Blick über die kleine Stadt Ovada von der Terrasse aus ist genauso schön wie ein Spaziergang über das Grundstück, das eigentlich ein riesengroßer Garten ist.

Blick über Ovada von Tagliolo Monferrato
Blick über Ovada

Im Borgo delle Grazie schlafen wir nicht nur sehr gut, sondern wir bekommen eine Flasche des eigenen Weins und zum Frühstück, selbstgemachte Marmeladen, Croissants und Focaccia. So angenehm kann Urlaub in Italien sein. Wir genießen es vom ersten Tag an.

Borgo delle Grazie - Bed & Breakfast in Tagliolo Monferrato
Borgo delle Grazie – Bed & Breakfast

Genua – ein Besuch ist es wert

Von hier aus sind es zwar rund 55km bis zum Alten Hafen von Genua, aber für den Weg nach Voltri, wo wir direkt an den Strand können, sind es nur rund 20 Minuten Fahrt auf der Autobahn.
Hier in Italien reicht es uns aber, das Wasser zu sehen und zu riechen. Mit dem Strandleben warten wir, bis wir wieder an der Costa Brava sind.
Wir machen uns auf nach Genua. Das ist nun, nachdem die Brücke eingestürzt ist, nicht mehr ganz so einfach. Wir haben Glück, es ist nicht viel Verkehr und wir kommen ganz gut durch. Auf dem Weg nach Hause werden wir dann sehen, wie beschwerlich es sein kann, in die Stadt, bzw. durch die Stadt zu kommen. Glück muss man haben!

Kreuzfahrtschiffe der MSC-Flotte im Hafen von Genua
Kreuzfahrtschiffe der MSC-Flotte im Hafen von Genua

Auf dem Gelände des “Porto Antico” finden wir schnell einen Parkplatz und erkunden die Stadt zu Fuß. Sofort fallen uns die riesigen Kreuzfahrtschiffe ins Auge. Faszinierend, aber nicht schön: sie wirken nicht nur überdimensioniert, sie versperren die Sicht auf die Stadt und die Schornsteine schleudern ihren Dreck sichtbar in die klare Luft.

Die Altstadt von Genua ist eigentlich schön. Die Gassen sind gefühlt noch enger als Gotische Viertel in Barcelona. Aber es ist auch schmutziger. Irgendwie fehlt eine wirksame Stadtreinigung. es riecht an den Ecken nach Urin und wir müssen aufpassen, wohin wir treten.

ein Hof in der Altstadt von Genua
ein Hof in der Altstadt von Genua

Es wird trotzdem ganz nett. Wir setzen uns in ein Café auf einem winzig kleinen Platz. Dort gibt es gerade eine Vorführung über die verschiedenen Arten, Kaffee zu kochen und die Sorten, die das Café anbietet. Als wir uns als Deutsche outen, wird die Vorführung zweisprachig: italienisch und englisch. Eine wertvolle Erfahrung der Gastfreundschaft.

im Cafè in der Altstadt von Genua, mit Musik und Vorführung
im Cafè mit Musik und Vorführung

Und wir erfahren dabei auch noch so interessante Details darüber, wie ein Kaffee in Italien entkoffeiniert werden darf. Nämlich nur ungiftig mit Wasser. Wir wollen gerne eine Packung mitnehmen, aber leider ist der selbst geröstete Kaffee ausverkauft. Echt schade.
Unsere Genua-Erfahrung ist insgesamt o.k., aber wir sind nicht so überwältigt, dass wir hier nochmal herfahren müssten. Und das die Brückenverbindung fehlt, merken wir schmerzlich auf der Rückfahrt, die uns über eine Stunde mehr kostet.

Ligurien – ein Tag am Strand

Einen Tag haben wir noch und den nutzen wir für eine Tour am Meer entlang. Wir bleiben schließlich in Varazze hängen, genießen das Meer, den Strand und die Sonne.

ein sonniger Tag am Meer - am Strand von Varazze
ein Tag am Meer – in Varazze

Und zum Schluss helfen wir auch noch bei der Weinlese im kleinen Weinberg der Borgo delle Grazie. Das macht riesig Spaß und wenn genügend  Körbe da wären, würden wir ja gerne weitermachen.  So müssen wir gefühlt viel zu früh unsere Arbeit beenden.

wir helfen bei der Weinlese
wir helfen bei der Weinlese

Drei volle Tage haben wir hier verbracht, eine Gegend kennengelernt, in der wir noch nicht waren. Und wieder mit der Erfahrung, dass man die interessanten Dinge meistens abseits der großen Plätze erlebt. Italien und Spanien – eine Kombination, die sich lohnt. Und in der Gesamtrechnung nur 400 Kilometer Umweg bedeuten.
Die Küstenautobahn, die uns am nächsten Tag nach Frankreich führt, ist auch etwas fürs Auge. Ganz oft geht der Blick auf das Meer, viele aufeinander folgende Tunnel und die recht raue, felsige Küstenlandschaft machen die Fahrt kurzweilig.

Costa Brava, wir kommen!

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