Katalonien im Herbst – Erntezeit

Vor ein paar Tagen haben wir in Italien die Weinlese erlebt, hier in Katalonien sind die Oliven reif. Und Granatäpfel! Aber zu allererst wollen wir an den Strand! Denn es ist nicht nur Erntezeit, sondern auch noch Badezeit!
Deshalb sind wir ja hier in Katalonien. Im Herbst noch die südliche Wärme am herrlichen Strand genießen, die Seele auftanken lassen für den grauen Winter in Norddeutschland.

Platja Can Cristos - unser Lieblingsplatz in Sant Antoni de Calonge
Platja Can Cristos – unser Lieblingsplatz in Sant Antoni de Calonge

In der kleinen Bucht zwischen Sant Antoni de Calonge und Platja d´Aro sind wir sehr gerne und jedes Mal wieder. Es ist nicht viel los und wir können uns ungehemmt ausbreiten.

Blick auf das Meer am Platja can Cristos an der Costa Brava
Blick auf das Meer am Platja can Cristos

Wir bleiben, bis die Schatten zu lang werden. Auch wenn in diesem Jahr das Wetter deutlich wechselhafter ist als sonst, wird es jeden Tag die Gelegenheit geben, kurz am Strand zu verweilen.

Auf Einkaufstour

Auf der anderen Seite ist der Aufenthalt dieses mal ja ein paar Tage kürzer, weil wir vorher in Italien sind. Deshalb starten wir auch unsere Einkaufstour. Zum Beispiel fahren wir nach La Bisbal d´Empordá, einem Keramikzentrum in Katalonien. Kunsthandwerkliches wie auch Tongeschirr für den Alltagsgebrauch, alles ist hier zu finden in einer fabenfrohen Vielfalt.

La Bisbal d`Empordá - ein Blick entlang der Keramikzeile an der Carrer de L´Aigüeta
La Bisbal d`Empordá – die Keramikzeile an der Carrer de L´Aigüeta

Wenn wir unterwegs sind, gehen wir natürlich auch essen. Inzwischen haben wir einige Lieblingsrestaurants, die wir gerne immer mal wieder besuchen. Und wo wir gerade schon in La Bisbal sind, fahren wir noch ein Stück weiter nach Verges. Dort liegt direkt an der Hauptstraße das Restaurant Mas Pi mit günstigem Mittagstisch und vor allem echter katalanischer Küche.

Zum Mittagessen im Restaurant Mas Pi in Verges
Restaurant Mas Pi in Verges

Wir hoffen immer auf warmes Wetter, denn hinter dem Haus ist eine sehr hübsche Gartenanlage, die unter einem riesigen Pavillon schöne Sitzplätze bietet. Unsere Kinder chillen nach dem Essen oft noch auf den Lounchsesseln, bis wir unseren Kaffee getrunken und die Rechnung bezahlt haben.

Die rustikale Lounch in der Sonne - der Garten ist auch etwas fürs Auge
Die rustikale Lounch in der Sonne – der Garten ist auch etwas fürs Auge

Und wie wir so beim Essen feststellen, schmeckt das Olivenöl ganz ausgezeichnet. Auf jeden Fall nicht nach Supermarktware. Also fragen wir die Bedienung nach der Herkunft. Sie stutzt kurz und fragt uns dann, wo wir wohnen. Als wir antworten, dass wir aus Calonge sind, erzählt sie uns freudestrahlend, dass ihre Familie dort eine Weinkellerei betreibt und auch das Öl produziert. Sie gibt uns den Namen und die Adresse, die wir dann bei nächster Gelegenheit anfahren.

Blick von Mas Eugeni auf die Umgebung von Calonge
Blick von Mas Eugeni auf die Umgebung von Calonge

Und wieder etwas gelernt. Jetzt sind wir schon so oft in Calonge und entdecken immer noch stille Ecken, die den durchrauschenden Touristen verborgen bleiben. In der Weinkellerei Mas Eugeni werden wir sehr freundlich empfangen. Der junge Mann, noch im Schüleralter, spricht ausgezeichnet deutsch. Er hat mit seinen Eltern einige Jahre in Stuttgart verbracht. Um einige Liter Olivenöl reicher verlassen wir das schön gelegene Anwesen.

Und noch ein Glücksfall am Markttag in Calonge. Vom Parkplatz aus laufen wir die Carrer Mossén Cinto Verdaguer hinauf in die Fußgängerzone. Und immer an einem geschlossenen Geschäft vorbei, dass offensichtlich Olivenöl verkauft. Und nun hat es auf! Mit Händen und Füßen verständigen wir uns mit dem Besitzer auf deutsch, katalan und englisch. Wir probieren das Öl und auch dieses ist richtig gut. 
Wir werden eingeladen, das Gut zu besichtigen und das tun wir auch.  Wir stellen fest, dass wir nicht zum ersten Mal an dieser Adresse vorbeifahren.

Ölmühle in Calonge
Ölmühle in Calonge

Ein ganz unscheinbarer Ort in der Carrer del Puigtavell 1, aber wir halten dort an und treffen den Besitzer. Es ist Samstag und er streicht gerade sein Garagentor. Aber für uns unterbricht er seine Arbeit. Er freut sich, das wir seiner Einladung gefolgt sind und führt uns in einen Schuppen, wo er uns an einem Modell erläutert, wie er sein Olivenöl gewinnt. Anschließend verkosten wir das Olivenöl und den Wein und nehmen von allem mit.
Hier werden wir jetzt öfter vorbeischauen, um unsere Vorräte an Wein und Olivenöl zu ergänzen.

An diesem Wochenende findet auch das Fira Medieval (Mittelalterfest) in Peretallada statt. Das kennen wir schon vom letzten Jahr und lassen es natürlich nicht aus. Denn Peratallada ist eine der malerischen, gut erhalten Mittelalterstädtchen, etwas abseits des stetigen Trubels im bekannteren Pals.

Fira Medieval de Peratallada in den Gassen der Altstadt
Fira Medieval de Peratallada

Hier ist übrigens auch eine der besten Eiscafés in Katalonien: Gelat Artesá, seit zwei Generationen in Familienhand.

Badezeit

In diesem Jahr ist der Herbst etwas unruhiger. Wir genießen viel Sonne, aber es gibt auch stürmische Tage, an denen graue Wolken vom Mittelmeer über Land getrieben werden. Aber, dass ist das Schöne, jeden Tage kommt auch die Sonne hervor.

Blick über die Marina vom Fischereimuseum auf Palamos
Blick über die Marina auf Palamós

Und diese Momente nutzen wir. Eine kurze Fahrt über Land und schon sind wir an der malerischen Küste Kataloniens.

Der Blick vom Leuchtturm San Sebastian auf den Strand von Llafranc
Der Strand von Llafranc

Auf der Rückfahrt von Tamariu schlagen wir einen kleinen Bogen über den Leuchtturm von San Sebastián. Vom kleinen Parkplatz vor dem Eingang genießen wir den herrlichen Blick über das Meer und die kleine Bucht von Llafranc.

Von dort aus ist es auch nicht mehr weit nach Calella de Palafrugell, wohin wir immer wieder gerne fahren. Und auch dieses Mal: die Herbstsonne müssen wir nutzen!
Dazu liegen noch die kleinen Fischerboote am Strand, das bekannteste Motiv an diesem Ort. Ein kleiner Spaziergang an der Promenade und dann: einen Kaffee am sonnigen Strand, das Tragamar hat geöffnet. Es geht kaum schöner!

Ein berühmtes Motiv: Fischerboote am Strand von Calella de Palafrugell
Fischerboote am Strand von Calella de Palafrugell

An einem anderen Tag, nach heftigem, nächtlichen Regen und Sturm, klart es mittags auf und wir entscheiden uns erneut für einen Trip ans Meer. Unweit von Palamós liegt der Platja de Castell, ein hübscher Strandabschnitt, der zwar einen großen Parkplatz hat, aber ansonsten keinerlei touristische Einrichtungen bietet. Deshalb verirren sich auch nicht so viele Strandlustige hierher, nur die Einheimischen.

Platja de Castell - am Tag nach dem Unwetter
Platja de Castell – am Tag nach einem Unwetter

Erntezeit

Nach den Erfahrungen im letzten Jahr haben wir uns unbedingt vorgenommen, Granatäpfel zu suchen. Die wachsen hier wie Unkraut, bzw. wie die Holunderbeerbüsche bei uns zuhause. Oliven lassen wir dieses Jahr, unsere vom letzten Mal stehen immer noch eingelegt im Kühlschrank zuhause.
Am letzten Tag unseres Aufenthaltes machen wir uns auf den Weg, fahren kleine Straßen entlang durch kleine Orte, in die sich in Zeiten der Navigationssysteme wohl kaum ein mal ein deutsches Auto verirrt.

Ein einsamer Feldweg durch Olivenhaine - auf der Suche nach Granatäpfeln
Ein Feldweg durch Olivenhaine – auf der Suche nach Granatäpfeln

Wie gut, dass wir einen großen Allrad-SUV haben. Solche Feldwege mitten durch die Olivenhaine des Baix Empordá meistern wir problemlos und werden auch hier fündig. Insgesamt bringen wir eine gute Ausbeute mit und sind auch so höchst zufrieden, weil das unmittelbare Erlebnis der schönen Landschaften in angenehmer Erinnerung bleibt.

kiloweise Granatäpfel - frisch gepflückt im Baix Empordá
Granatäpfel – frisch gepflückt im Baix Empordá

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