Auf den Spuren von Dalí

Der weltbekannt extrovertierte und exzentrische Künstler Salvador Dalí war Katalane und seiner Heimat zutiefst verbunden. Hier war er zuhause. Wenn er auch in politischen Wirren in den USA Zuflucht suchte oder für Ausstellungen mehrere Monate im Jahr in der Welt unterwegs war. Nach Katalonien kam er immer wieder zurück und hier starb er auch.

Wir begeben uns auf seine Spuren. Verbindet man die Orte seines Wirkens und Lebens, entsteht das “Dalísche Dreieck”, dessen Orte Figueres, Púbol und Portlligat die Spitzen bilden.

Jeder Ort für sich ist außergewöhnlich und bildet nicht nur das künstlerische Schaffen und die enorme Kreativität Dalís ab, sondern gibt Einblicke in sein Leben frei. Ob er es so gewollt hätte – vielleicht ja – oder sein Erbe nur der touristischen Ausbeutung unterworfen ist, das wissen wir nicht.
Uns jedenfalls fasziniert die Verfolgung der Spuren des großartigen Künstlers. Und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.

Figueres

Zunächst fahren wir nach Figueres, um das Museum zu besuchen. Es ist in einem ehemaligen Theater untergebracht und wurde von Dalì selbst nach seinen Vorstellungen umgebaut und gestaltet.

Der Blick in die Straße mit dem Geburtshaus von Salvador Dalí in Figueres
Das Geburtshaus von Salvador Dalí in Figueres


Weil wir den Andrang am Museum unterschätzt haben, müssen wir noch zwei Stunden auf den Einlass warten und vertreiben uns nach einem heftigen Gewitterregen die Zeit mit der Erkundung der Stadt. Dabei stoßen wir auch auf das Geburtshaus von Dalí in der Carrer Monturiol.

Eingangsfront des Teatre-Museu Dalí in Figueres mit vielen seiner geschaffenen Figuren
Eingangsfront des Teatre-Museu Dalí in Figueres

Der Eingang zum Museum ist schon bestimmt durch den typischen, exzentrischen Ausdruck seiner Kunstwerke. Figuren tragen Brot auf dem Kopf. So nah sind wir Dalí noch nie vorher gekommen. Höchstens Mal ganz früher im Kunstunterricht in der Schule. Jetzt erschließt sich uns die geballte Kreativität seines Schaffens. Er hat ein lebendiges Vermächtnis mit unheimlicher Anziehungskraft hinterlassen.

Teatre Museu Dalí - Deckengemälde "Palast der Winde" im Großen Salon
Teatre Museu Dalí – Deckengemälde “Palast der Winde” im Großen Salon

Auch zwei Stunden vor Toresschluss war das Museum mit Besuchern reichlich gefüllt. Es bleibt keine richtige Ruhe, Dalís Werke ausgiebig zu betrachten. Die Installation “May West” soll der Besucher auf einer eigens dafür gestalteten Tribüne betrachten. Uns ist die Warteschlange zu lang und wir verzichten. Auch von unten kann man ganz gut erkennen, wie die einzelnen Komponenten das fertige Bild ergeben.

"May West" - ein surrealistisches Appartement, installiert von Salvador Dalí
“May West” – ein surrealistisches Appartement

Wir verlassen das Museum und sind begeistert von dem, was wir gesehen haben. Manches ist schräg, manches imposant, manches lässt die Sensibilität des Künstlers erahnen.

Cadaqués – Portlligat

Als nächstes steht nun unbedingt wieder Cadaqués auf dem Plan. Schon einige Male haben wir diesen Ort besucht, ohne aber Dalí näher zu würdigen. Das ändern wir jetzt.

Eigentlich muss man noch durch Cadaqués hindurch über einen Hügel in die nächste Bucht (das geht auch zu Fuß und dauert ungefähr 20 Minuten). Dort liegt der winzige Hafen Portlligat in einer wunderschönen Bucht. Dalí hat dort zunächst eine kleine Fischerhütte gekauft und umgestaltet. Je mehr er zu Geld kam, desto größer wurde sein Anwesen. Zum Schluss sind es sieben Häuser, die miteinander verbunden sind und von einer ebenfalls von Dalí gestalteten Gartenanlage umgeben sind. Ein Traum!

Blick über die Bucht von Portlligat - Dalís Ort der Inspiration und des Schaffens
Portlligat – Dalís Ort der Inspiration und des Schaffens

Kein Wunder, dass er sich immer wieder hierher zurückgezogen hat. Auch hier wird die Eigenwilligkeit des Künstlers immer wieder deutlich. Wunderschönes wechselt mit kreativ Schrägem und bleibt doch in einem stimmigen Kontext.

Das Ei auf dem Dach -das ist Dalí
Das Ei auf dem Dach – das ist Dalí

Dalí hat sich eine kleine Insel geschaffen. Dort hat er die meisten seiner Kunstwerke geschaffen und Freunde empfangen, Sessions gefeiert. Viele Fotos zeugen davon.

Der Pool mit Wasserspielen im Garten von Dalís Wohnsitz in Portlligat
Der Pool im Garten – mit Wasserspielen

Das Durchwandern des Anwesens übt Faszination auf uns als Besucher aus. Die Gedanken, die Ideen, der Ausdruck des Künstlers ist heute immer noch stark präsent. Es ist fast ein Bedauern, dass er nicht mehr lebt. Gerne würden wir ihm noch näher kommen.

Castell de Púbol

Zum Schluss unserer Tour fahren wir auch zum Schloss von Púbol, dass etwas abseits gelegen längst nicht so überlaufen ist. Schon im Dorf, dass wir in wenigen Schritten durchqueren, begegnen uns kaum Menschen. Ein einziges Souvenirgeschäft ist geöffnet.

Die Gassen von Púbol unterhalb des Schlosses
Die Gassen von Púbol unterhalb des Schlosses

In diesem kleinen Dorf Púbol hat Dalí 1968 das alte Schloss gekauft, um es für seine Frau Gala völlig neu zu gestalten. 10 Jahre hat sie dort ihre Sommer verbracht. Nach ihrem Tod 1982 verließ Dalí seine Heimat in Portlligat und zog in das Schloss.

Das Castell de Púbol - Sommeresidenz der Ehefrau von Dalí
Castell de Púbol – Galas Sommerresidenz

Auch hier sind uns sehr intime Blicke in das Haus und Leben des Ehepaars Dalí gestattet. Es ist sehr liebevoll und ausdrucksstark eingerichtet.

Das Interieur im Schloss - Dalís Handschrift ist unverkennbar
Das Interieur im Schloss – Dalís Handschrift ist unverkennbar

Ein antikes Schätzchen finden wir im Garten ausgestellt. Neben der Garage, in der Dalís Cadillac steht, parkt ein Datsun 180B/610. Es ranken sich einige Geschichten um ihn. Die wahrscheinlichste ist, dass Dalí das Auto vom Hersteller bekam als Gegenleistung für die Gestaltung einer Werbekampagne. Gala selbst und die Angestellten nutzten das Auto für Erledigungen, Dalí nie.

Datsun 180B/610 Wagon - Classic Car
Datsun 180B/610 Wagon – ein sehr seltenes Auto in Spanien

Diese tiefen Eindrücke eines Künstlers, der in Katalonien zuhause war, nehmen wir mit nach Hause. Und wir wundern uns, dass wir uns nicht schon längst mit Salvador Dalí beschäftigt haben, obwohl wir immer ganzz in der Nähe unseren Urlaub verbringen.

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