Der Trail – Stopp in den Appalachen

Das wir nicht nur durch die Appalachen hindurchfahren, sondern etwas mehr Zeit verbringen, verdanke ich einer Fernsehdokumentation über den Appalachian Trail. Es ist einer der berühmtesten Wanderwege durch 14 Staaten der U.S.A. Viele Menschen packt der Ehrgeiz, die 2190 Meilen innerhalb der wenigen Monate, die es auf Grund der Witterung möglich ist (etwa April bis Oktober), zurückzulegen. “Thru-Hiker” nennen sie sich dann.

Wir sind auf dem Weg von Emerald Isle in North Carolina, wo wir eine Woche Strandurlaub mit unseren Freunden verbringen. Jetzt wollen wir nach Ohio, und zwar über Coshocton und Millersburg. Im Waynes und Homes County ist eine der größten Ansiedlungen der Amish.

Unterwegs planen wir also einen Stop in Wytheville ein. Ein kleines Provinznest, aber unsere Basis für die Erkundung des Appalachian Trail.

Zunächst fahren wir jedoch hinauf zum Big Walker Lookout, einem Aussichtsturm, der auf rund 3400 Fuß Höhe (1037m) einen grandiosen Ausblick über die Gebirgszüge der Appalachen verspricht. Das Wetter spielt jedenfalls mit: es herrscht strahlend blauer Himmel.

Aussichtsturm Big Walker Lookout in Virginia - Appalachengebirge
Big Walker Lookout – Virginia

Wir sind schon ziemlich hoch und dann reckt sich das Metallgerüst des Aussichtsturms nochmal in die Höhe. Die 6 $ Eintritt ist es uns wert und wir erklimmen den Turm. In zunehmender Höhe bemerken wir die Schwingungen, denen der dürre Turm durch den Wind ausgesetzt ist. Ein wenig mulmig wird es im Magen. Aber wir halten durch und werden mit einem spektakulären Ausblick über die Appalachen belohnt.

Ausblick vom Aussichtsturm am Big Walker Mountain in Richtung Süden entlang der US 52
Blick vom Big Walker Lookout in Richtung Süden – Stoney Fork Road (US 52)

Es ist nur leicht windig, aber der Turm zittert und schwingt. Jetzt kommen auch noch andere Touristen hinauf gestiegen. Trotzdem, der Ausblick ist wirklich fantastisch und wir bleiben noch etwas oben, auf etwas über 30m Höhe über dem Erdboden.

Ausblick vom Big Walker Lookout Richtung Nordwesten
Ausblick vom Big Walker Lookout Richtung Nordwesten

Der Country Store ist auch ganz originell und ist in der Sommerzeit auch ein Treffpunkt für Musikveranstaltungen. Leider findet keine zu unserer Zeit des Aufenthalts statt. Aber wir bekommen noch den Tipp, dass ein alter Teil des Appalachian Trails genau hier auf dem Bergrücken entlang läuft. Irgendwann in den 1970er Jahren wurde er um etwa eine Meile nordwärts auf den nächsten Gebirgszug verlegt. Wir machen uns auf den Weg und wandern ein Stück den alten Trail entlang, der heute der “Monster Rock Trail” ist. Bis zum Monster Rock ist es eine 1/4 Meile, angenehm durch den schattigen Wald zu laufen, allerdings auch mit wenig Aussicht.

Anschließend fahren wir auf dem National Scenic Byway, der US 52 weiter, auf der Suche nach dem “echten” Appalachian Trail. Schließlich finden wir ihn in einer scharfen Kurve. Dort halten wir auf einem Parkplatz und wandern noch ein Stück den Trail entlang, der hier allerdings ein gut ausgebauter Waldweg ist.

Ausgang des Appalachian Trail am National Scenic Highway in Virginia
Eingang zum Appalachian Trail an der US 52

Am Wegesrand schwirren viele, ganz unterschiedliche Schmetterlinge. Kein einziger Wanderer begegnet uns. War auch kaum zu erwarten, denn die müssten schon viel weiter sein, wenn sie den ganzen Trail schaffen wollen. In der einen als auch in der anderen Richtung.

Einer von vielen Schmetterlingen am Wegesrand des Appalachian Trail
Schmetterling am Wegesrand des Appalachian Trail

Auch mit der Aussicht klappt es hier nicht. Der Wald versperrt sehr oft den Blick. Trotzdem genießen wir die Wanderung. Zum Schluss finden wir noch eine Nachricht von “Brutus”, der auf dem Weg nach Bland ist. “Brutus” ist vermutlich der Spitzname, den der Hiker auf dem Trail bekommen hat.

Nachricht von Brutus - er ist in Bland!
Nachricht von Brutus – er ist in Bland!

Ein schönes Fundstück und ein authentischer Zeuge dessen, was diesen Hike ausmacht.

Wir beenden unsere “Fortbildung”, kehren zurück nach Wytheville und fahren am nächsten Tag weiter nach Ohio.

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