Kurzurlaub an der Ardéche

Reisemessen sind interessant. Sie inspirieren zu neuen Zielen oder Zwischenstopps. So geschieht es auf der ReiseLust 2018 in Bremen. Beim Durchstreifen der einzelnen Gassen mit ihren ganz unterschiedlichen Ständen und Zielen fällt mir an einem Stand das Foto eines riesigen Felsenbogen auf, der einen Fluss überspannt. Pont d´Arc Ardéche, noch nichts davon gehört, aber sofort bin ich fasziniert.

Die Felsenbrücke Pont d´Arc Ardéche
Pont d´Arc Ardéche – der Eingang zur Schlucht

Als ich dann auch noch feststelle, das die Ardéche auf unserem Weg nach Spanien liegt, möchte ich da hin! Und im Herbst 2019 ist es soweit. Wir werden 5 Tage in der Nähe von Lagorce inmitten der schönen Landschaft an der Ardéche eine Hütte beziehen. Die Domaine de Sevenier ist eigentlich ein altes Weingut, das in ein sehr schönes, umweltbewusst agierendes Ferienresort umgewandelt wurde. Es liegt abseits vom touristischen Trubel mitten in der hügeligen Landschaft. Trotzdem ist es nur eine Viertelstunde ins Tal der Ardéche.

Deutsch-Römische Geschichte in Trier

Auf der Hinfahrt planen wir noch einen zusätzlichen Halt für das geschichtsträchtige Trier ein. Immerhin kann “Augusta Trevororum” mit dem Titel glänzen, eine der ältesten Städte Deutschlands zu sein. Einige Bauwerke, Beispiele antiker Architekturkunst und Zeugnisse der römischen Lebensweise, gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Zudem ist Trier die Geburtsstadt von Karl Marx, dessen Theorien zum Sozialismus und Kommunismus letztendlich die Welt veränderten.
Die wenigen Kilometer, die wir bisher immer an Trier vorbeifahren, sind Grund genug, jetzt endlich einen Halt einzuplanen. Zwei Tage wollen wir bleiben, um die Stadt zu erkunden.

Porta Nigra, "schwarzes Tor" - das einzige, sehr gut erhaltene Stadttor von Trier
Porta Nigra – “schwarzes Tor” in Trier

Das Wetter spielt während unseres Aufenthalts nur bedingt mit. Es ist kühl und wechselhaft.

Porta Nigra in Trier von innen
In den Gängen der Porta Nigra

In der Touristeninformation holen wir uns einen kleinen Stadtplan und legen unsere Route fest. Porta Nigra ist unser erstes Ziel und ich bin fasziniert davon, wie dieses Bauwerk Zeugnis ablegt von der Baukunst der Römer.

Kaiserthermen in Trier - Zeugnis römischer Lebenart
Die Kaiserthermen – Zeugnis römischer Lebenart

Auch die Kaiserthermen sind sehr imposant und repräsentativ anzusehen, auch wenn sie auf Grund politischer Veränderungen im Römischen Reich nie fertiggestellt wurden. Durch die unterirdischen Gänge zu wandern und sich vorzustellen, wie die Angestellten dort für die Beheizung sorgen sollten, ist faszinierend.

Der Dom zu Trier - älteste Diözese Deutschlands
Der Dom zu Trier – älteste Diözese Deutschlands

Auch den Dom zu Trier, die Konstantinbasilika und Liebfrauenbasilika, die alle zum UNESCO-Welterbe gehören, lassen wir nicht aus.
Hochinteressant ist das Rheinische Landesmuseum mit einer großartigen Ausstellung über die Geschichte der Stadt Trier von der Antike an. Die Exponate sind wirklich sehenswert und geben Aufschluss über das Leben der Menschen und die politische Entwicklung von Trier und Umgebung.
Ich bin überrascht, dass diese vermeintlich entlegene, tief im Inneren Deutschlands erbaute Stadt zweimal von den Wikingern erobert und zerstört wurde!

Die Ardéche

Nun geht es nach soviel Geschichte weiter Richtung Frankreich. Bis nach Lagorce sind es noch rund 760 Kilometer. Je weiter wir nach Süden fahren, desto schöner wird das Wetter. Die Sonne kommt hervor und es wird angenehm warm. Am späten Nachmittag erreichen wir unser Ziel.

Swimmingpool im Ferienresort Domaine de Sevenier
Ein Ort, um die Füsse hochzulegen: Domaine de Sevenier

Wir nutzen die Tage, um die Umgebung zu erkunden. Natürlich fahren wir zunächst zu dem großen Felsenbogen, der Pont d´Arc am Eingang der Schlucht. Es ist deutlich zu merken, dass sich selbst die Nebensaison dem Ende neigt. Es ist überhaupt kein Problem, einen Parkplatz zu finden und den kurzen Weg nach unten zum Fluss zu laufen.

Das Wahrzeichen der Ardéche: Pont d´Arc
Das Wahrzeichen der Ardéche: Pont d´Arc

Die D 290 führt als Touristenstraße oberhalb der Schlucht entlang. Alle paar Kilometer gibt es einen Aussichtspunkt der jeweils großartige Aus- und Einblicke eröffnet.

Felsentunnel für die D 290 entlang der Ardéche
Tunnelfahrt für die D 290

Zu unserer Zeit sind kaum Touristen unterwegs. Die Haltepunkte haben wir fast für uns allein.

Das Tal der Ardéche Richtung Pont d´Arc
Das Tal der Ardéche Richtung Pont d´Arc

Städte und Dörfer

Wir gehen natürlich auch gerne essen und französisch muss sein. Dazu erkunden wir zunächst Vallon-Pont d´Arc. Und müssen feststellen, dass gut die Hälfte der Geschäfte und Restaurants die Saison bereits beendet hat und geschlossen ist. Was so schlecht nicht ist, denn in die anderen gehen auch die Einheimischen selbst.

Vallo-Pont d´Arc

Der Marktplatz von Vallon Pont d`Arc, gesäumt von Restaurants
Der Marktplatz von Vallon Pont d`Arc, gesäumt von Restaurants

Wir finden mitten im Städtchen am Marktplatz das Chez Leon, dass zwar preislich nicht ganz ohne ist, aber zum Einen ein schönes, gemütliches Plätzchen in der Sonne bietet und zum Anderen ist das Essen so gut, dass wir später auch ein zweites Mal hierher kommen.

Chez Leon - ein gutes Restaurant in Vallon Pont d`Arc
Chez Leon – ein Platz zum Genießen
Salade Ardéchoise - ein regionales Gericht
Salade Ardéchoise – ein Gedicht!

Eine kurze Ausflugsfahrt machen wir noch nach Roums, ein Ort, dessen Geschichte im 3.Jahrhundert n.Chr. beginnt. Der mittelalterliche Ortskern ist sehenswert. Und zu dieser Jahreszeit sehr still.

Ruoms

Ruoms - die Kirche Saint-Pierre-aux-Liens
Ruoms – die Kirche Saint-Pierre-aux-Liens

Auch hier gehen wir essen. In einem kleinen Restaurant in einer Seitenstraße. Einfach, aber authentisch und günstig.

Ein kleines Fazit

Die Umgebung der Ardéche ist landschaftlich sehr reizvoll und es gibt viele spannende Dinge zu entdecken. In unmittelbarer Nähe zum Fluss wird jedoch sehr deutlich, wie stark die Gegend touristisch erschlossen ist.
Von Vallon-Pont D´Arc bis zum Eingang der Schlucht reiht sich ein Kanuverleih neben den anderen. Ich mag mir nicht vorstellen, wie sich hunderte Gäste im Sommer jeden Tag die Ardéche entlang drängeln, besonders an der Stelle unterhalb des Bogens. Ähnliches, mit viel Lärm verbunden, haben wir an der Verdonschlucht erlebt.
Auch das Ausmaß der Parkplätze läßt die sommerliche Betriebsamkeit zumindest erahnen.
Im Herbst ist die Saison so gut wie beendet. Wie bereits geschildert, herrscht oftmals gähnende Leere in den Ortschaften. Das bedeutet aber auch, dass die Auswahl z.B. an Restaurants auch deutlich eingeschränkt ist. Und das Geschäft, in dem ich eigentlich noch Postkarten kaufen will, habe ich nur ein Mal geöffnet gesehen.

Absolut zu empfehlen ist, wie oben bereits beschrieben, das Ferienresort Domaine de Sevenier. Sehr freundlicher, zuvorkommender Service, ein gutes Restaurant, herrlicher Pool und sehr ruhig. Wir haben uns in dieser Zeit dort angenehm erholt.

Vallon-Pont d`Arc - der Beginn der Flaniermeile
Vallon-Pont d`Arc – der Beginn der Flaniermeile

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