Upstate New York – eine Entdeckerreise
Upstate New York?
New York City – kennt jeder. Die Millionenmetropole mit dem Zentrum in Manhattan, die Skyline, Liberty Statue, Central Park. Klar kann auch ich davon schwärmen. Aber meine Erfahrungen sind gemischt. Im Sommer tritt man sich mit allen anderen Besuchern und New Yorkern besonders am Times Square die Füsse platt. Die Stadt ist „overcrowded“. Aber was ist los in „Upstate“ New York?

Die Niagarafälle bewusst mit New York in Verbindung zu bringen, das fällt schon nicht leicht. Obwohl sie ebenso zum Bundesstaat New York gehören, wie die gleichnamige Metropole. Auf einer unserer Touren von den Niagarafällen nach Lancaster, Pennsylvania entdeckten wir, dass Upstate New York einiges mehr zu bieten hat und an sich eine Schönheit ist. So entschlossen wir uns, Stück für Stück diesen Bundestaat kennenzulernen. Wieder einmal abseits der gewöhnlichen Touristenpfade.
Das angenehme in New York ist übrigens, dass hier der Besuch von State Parks zwar auch Eintritt kostet, aber das Ticket den ganzen Tag über auch in anderen State Parks gültig ist. Das haben wir regelmäßig ausgenutzt. Zudem ist es auch noch günstig: mehr als 8 $ haben wir nicht bezahlt.
Kennt jemand Hobart?
Hobart ist ein kleines Dorf am Rande der Catskill Mountains, etwa vier Stunden Autofahrt von New York City entfernt. Die „Catskills“ sind so etwas wie ein Naherholungsgebiet für die New Yorker.
Ein paar Meilen weiter hinaus an der Country Road 18, die ganz still parallel zum West Branch Delaware River verläuft, dort übernachten wir im Sommer 2015 für ein paar Tage auf einer Farm.

Weit ab von jeglichem Trubel und vom ersten Moment an verzaubert von der Gegend. Nur für einen Tag fahren wir mitten hinein in die Catskill Mountains, um dann festzustellen, dass es uns entlang des Delaware River viel besser gefällt.

Watkins Glen – Five Finger Lakes
Die Umgebung der Five Finger Lakes in Upstate New York empfanden wir ebenfalls sehr reizvoll. 2017 war nun die Gelegenheit, dort längere Zeit zu verbringen. Auf der Suche nach einem Haus blieben wir in Watkins Glen an der Südspitze des Lake Seneca hängen. Nie vorher gehört, dabei liegt dort eine berühmte Autorennstrecke. Unser Haus: fantastisch gelegen etwa 15 Minuten außerhalb von Watkins Glen auf einem Hügel mit fantastischem Blick in die Landschaft. Von hier aus haben wir die Umgebung erkundet und herrliche Ecken kennengelernt.

Überhaupt. Gerade hier an der Südspitze des Lake Seneca gibt es faszinierende Wasserfälle.

Zum Beispiel die Watkins Glen Schlucht. Sie verzaubert mit ihren Wasserfällen, durch die man sogar hindurchlaufen kann, mit ihren Brücken und dem Weg in der Tiefe der Schlucht, entlang des engen Flusslauf und der steilen Felswände. Es gibt Momente, da wird man beim Durchwandern der Schlucht an Bruchtal (Herr der Ringe). Witzigerweise begegne ich ausgerechnet hier einem Deutschen, der mich erstaunt darauf anspricht, soweit abseits auf Landsleute zu treffen. Er selbst ist vor Jahren ausgewandert und lebt mit seiner Familie in, ja, genau, in New York City.

Eine Attraktion ist im Robert H. Treman State Park: ein Pool direkt unterhalb eines Wasserfalls. Ein wunderbarer Platz, um an einem warmen Sommertag dort zu baden! Der Sprungturm ist direkt neben dem Wasserfall. Es ist ein außergewöhnliches Naturbad.

Zu den Taughannock Falls haben wir es zeitlich gerade noch geschafft, um sie im Abendlicht zu sehen. Den Trail zum Becken konnten wir leider nicht mehr starten. Ein Grund mehr, wieder hierher zurückzukehren. Immerhin ist der Wasserfall sogar ein paar Meter höher als die Niagarafälle. Er beeindruckte uns aber eben nicht durch Größe, sondern seine Schönheit.

Neben den vielen Schluchten und Wasserfällen haben wir auch andere Attraktionen entdeckt.
Auf einem Flyer lesen wir, dass am 4. Juli, dem Nationalfeiertag der U.S.A, der Windmill Farm & Craft Market geöffnet war. Also nichts wie hin!

Und es zeigte sich, es ist ein toller Markt! In großen Hallen untergebracht bieten viele Stände regionale Produkte (auch Amish sind hier zuhause!). Es gibt viel zu probieren und auch zu kaufen. Käse, Wurst, Chips, Wein, Obst, Gemüse, ja, und auch Antiquitäten, Souveniers, eigentlich alles, was das Herz begehrt. Dieser Besuch hat Spaß gemacht und war die Fahrt wert. Zum Schluss fahren wir noch ein wenig durch die Gegend und sehen in Penn Yan die größte Pancake Griddle der Welt, kontruiert 1987 für einen Weltrekord.

Unser Fazit: hierher fahren wir wieder! Unsere Entdeckungstour ist noch nicht zu Ende. Es gibt weitere attraktive Ziele und selbst noch einmal dorthin zu fahren, wo wir schon mal waren, macht uns nichts aus. Abseits der Touristenströme ist es in Upstate New York sehr, sehr schön.
